Die Migration kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Im soziologischen Bereich, dem wohl bekanntesten in Verbindung mit der Migration geht es um einen Wechsel des Wohnorts in ein anderes politisches Territorium. Deshalb wird die Migration in diesem Zusammenhang auch als Wanderung bezeichnet. Der Wechsel des Wohnortes muss allerdings dauerhafter Natur sein, damit die Definition erfolgen kann. Er kann sowohl im geografischen, als auch im sozialen Raum stattfinden.
Die selektive Migration
Um den Migrationsbegriff tatsächlich verstehen zu können, muss man einige Arten der Migration kennen. Hierbei kommt beispielsweise die selektive Migration in Betracht. Sie betrifft lediglich bestimmte Personengruppen. So wird von einer selektiven Migration gesprochen, wenn gut ausgebildete Fachkräfte ihren ursprünglichen Wohnort verlassen, um anderswo beruflich Fuß zu fassen. Der Druck von außen steigt dabei nicht unerheblich an. Diese Migration wird genauso mit dem Fachbegriff high skilled migration bezeichnet. Dabei zeigt sich auch deutlich, dass aufgrund des demografischen Wandels, der sich etwa in Deutschland vollzieht, in der Zukunft ein deutlicher Fachkräftemangel entstehen wird. Dadurch werden die Metropolen, in denen Fachkräfte händeringend gesucht werden, zu einem stärkeren Wettbewerb zueinander gezwungen.
Weiterhin kann man unter der selektiven Migration die Bereiche der Eliten- und Expertenmigration zusammenfassen, aber genauso die Bereiche der Elends- und Fluchtmigration. Ein Sonderfall ist die Ruhesitzmigration, bei der ein Wohnortwechsel im Alter angestrebt wird.
Die Fluchtmigration
Ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Migration insgesamt ist die Fluchtmigration. Die Soziologie sucht hier nach den sozialen Ursachen für die Migration, aber genauso werden die persönlichen Lebensumstände der Migranten genauer beleuchtet. Darüber hinaus untersucht man die Konsequenzen, die eine Fluchtmigration für die Betroffenen hat.
Gründe für eine Flucht sind dabei vielfältig. Insbesondere eine lebensbedrohliche Situation wird hier oft als Grund genannt, etwa wenn Krieg in der eigenen Heimat herrscht. Aber auch die Diskriminierung bestimmter Religionen, Geschlechter oder Rassen kann zur Fluchtmigration führen. Selbst die Wirtschaftskrise kann einen Wohnortwechsel erzeugen, der der Fluchtmigration zugeordnet wird. Ein weiterer Grund können Naturkatastrophen sein, die die eigene Heimat zerstören.
Ebenfalls kann es bei Kriegen zu vermehrten Fluchten aus der Heimat kommen. Hierbei wird oft von der Fahnenflucht gesprochen oder der Kriegsdienst wird verweigert. In diesem Fall droht den Betroffenen die politische Verfolgung, vor der sie Schutz durch die internationale Migration, also das Übertreten von Staatsgrenzen suchen. Allerdings wird in Deutschland den so genannten Deserteuren kein Asyl gewährt. Denn hierzulande sieht man es als Recht eines Staates an, seine Bürger zum Kriegsdienst zu verpflichten. Ausnahmen gelten lediglich, wenn Deserteuren die Todesstrafe in ihrer Heimat droht oder wenn die Folter angewendet wird. In letzterem Fall muss die Folter im betreffenden Land aber regelmäßig angewendet werden, um tatsächlich Asyl gewährt zu bekommen.
Die Arbeitsmigration
Eine besondere Bedeutung kommt darüber hinaus der Arbeitsmigration oder Brain-Drain / Brain-Gain Migration zu. Im Gegensatz zu dem Begriff der Elitemigration grenzt das Wort Arbeitsmigration die betroffenen Personen enger ein. Hierbei wird deutlich, dass es sich um einen starken Verlust von wertvollem Humankapital handelt, wenn sich gut qualifizierte Fachkräfte für einen anderen Wohnort entscheiden. Aber auch der massive Gewinn der Region, in die die Fachkräfte abwandern wird damit genauer bezeichnet.